König Laurin hatte sein Reich im Gebirge der Dolomiten. Seine Untertanen waren Zwerge. Als Bergleute waren sie sehr geschickt und fanden Gold und Edelsteine. Am liebsten widmete sich König Laurin seinem prächtigen Rosengarten. Damit ihn niemand betreten konnte hatte er ihn mit einem Seidenfaden umgeben. Wer es wagte, diesen Faden zu durchschneiden, dem wurde ein Fuß und eine Hand abgetrennt.
Als Laurin die schöne Similde, ein Edelfräulein von einem Schloss auf den Bergen an der Etsch, erblickte, brachte er sie als seine Frau in sein Königreich. Dort zeigte er ihr alle Pracht seines Gartens. Similde freute sich sehr, alles kam ihr wie verzaubert vor.
Dietleib, der Bruder Simildes, wollte
seine Schwester befreien und bat den großen Dietrich von Bern um Hilfe. Sie
ritten zum Rosengarten, durchschnitten mit dem Schwert den Seidenfaden und
zertraten die Rosen. Erzürnt brauste König Laurin auf seinem Schimmel daher. Es
kam zum Kampf, aus dem Dietrich als Sieger hervorging.
König Laurin sah dies
mit Schmerz. Er hatte Similde verloren, seine Rosen waren zerstört. Voll Zorn
verfluchte er den Anger, der Rosen getragen hatte.
Verdammt sollte er sein bei
Tag und bei Nacht, da er ihn durch seine Pracht verraten hatte.
Nur die
Dämmerung vergaß Laurin zu nennen und so kommt es, dass der Rosengarten
zwischen Tag und Nacht rot aufleuchtet.
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